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Sokodé bis Kara
05.02.2010

Für alle, die schon immer wissen wollten, wie so ein ganz normaler Reisealltagtag bei uns aussieht - hier eine detaillierte Beschreibung.

+++ 6:10 - Erste Bewegungen sind zu verzeichnen. Üblicherweise beginnt der Tag mit der Frage „Wiespätisses“ (D.) und der entsprechenden Antwort (T.). +++

+++ 6:34 - Gute Vorsätze werden in Taten umgesetzt. Aufstehen! Zu den ersten Aktivitäten gehört die Verpflegung diverser Wunden: Daniela verklebt Ihre Füße, und Hirschtalg soll gut für den Allerwertesten sein. Tut trotzdem manchmal weh. +++

+++ 6:43 - Ritual: das Moskitonetz wird eingepackt. Anders als in Ostafrika gibt es in den Hotels einfacher Kategorie hier kaum welche, also nehmen wir unser eigenes. Sind zwar nicht viele Moskitos unterwegs, aber gestochen werden wollen wir am liebsten von keinem einzigen. +++

  • 964_aufwachen
  • 965_wunden
  • 966_netz

6:10, 6:34, 6:43


+++ 6:57 - Zähneputzen. Tobi sagt, ich putze immer mit geschlossenen Augen. War mir neu. +++

+++ 7:14 - Frühstück. Baguette und Ei. Unser Motto: Eiereiereier (vgl. Heinz Strunck). Wie immer: Zeit lassen. +++

+++ 7:48 - Irgendwann geht es weiter:: Eincremen mit Sonnenmilch. Haben es auch mal ohne versucht, das ging nicht gut aus. Wir wollen ja auch nicht völlig ledrig heim kommen. +++

+++ 8:03 - Fahrrad bepacken. +++

+++ 8:16 - Brot kaufen für unterwegs beim Herausfahren aus Sokodé, immerhin der zweitgrößten Stadt Togos. ++++

  • 967_zaehneputzen
  • 968_fruehstuec
  • 969_eincremen

6:57, 7:14, 7:48


+++ 8:31 - Wasser kaufen und in die Trinkflaschen füllen. Trinkwasser gibt es hier in durchsichtigen 500 ml Wasserbeuteln, die man mit den Zähnen aufbeißt. Das heißt, die Einheimischen und ich machen das so, Tobi nutzt seine Taschenmesserschere. Und nennt mich „Nagetier“. +++

+++ 8:44 - Bevor wir die Zivilisation verlassen, trinken wir zur Sicherheit noch eine Cola. Sie werden hier in handlichen 0,6-Liter-Flaschen serviert. Prost! Und: Jetzt aber wirklich los! +++

+++ 9:45 - Erste Trinkpause. Wasser ist bereits lauwarm. +++

+++ 10:54 Zweite Trinkpause. Außerdem: Marmeladenbrot, Kohlenhydratspeicher auffüllen. Wer kommt eigentlich auf eine so behämmerte Idee wie „Low-carb-Diät“ - und wie überlebt man das? +++

  • 970_pacen
  • 971_brot
  • 972_wassercauf

8:03, 8:16, 8;31

+++ 11:06 - Ein Minibus fährt vorbei. Mal wieder ein so schwer beladener, dass das Fahrzeug an sich fast unter der Dachlast verschwindet. +++

+++ 12:11 - Nach der nächsten Pause stöpselt Tobi seinen MP-3-Player ein. Es wird nämlich steiler, und da kann die entsprechende Musik Wunder wirken. +++

+++ 12:33 - Es ist steil. Die Tanklaster fahren höchstens 6 km/h. Also kaum schneller als wir. +++

  • 973_cola1
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8:44, 9:45, 11:06

+++ 12.45 - Daniela wartet. Auf Tobi, der viele Bilder gemacht hat. Bergauf fahren wir immer jeder sein eigenes Tempo mit regelmäßigen Pausen. +++

+++ 13:00 - Nichts geht über eine unverhofft auftauchende Kneipe auf einer Passhöhe. Nichts. Noch dazu ist der Besitzer nett und wir quasseln, nur kurz unterbrochen von seinem Blitzgebet in der 10 Meter entfernten Moschee (Freitag Nachmittag!). Er spricht Englisch und serviert uns Reis mit Soße, oder „Reis mit Scheiß“, wie wir es nennen - Variationen gibt es hier ständig zu essen. Gar nicht so schlecht und schön scharf. +++

+++ 13:09 - Tobi hat sich sein Pedal in die Wade gerammt. +++

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  • 977_warten
  • 978_essen

12:33, 12:45, 13:00


+++ 14:07 - Batterientausch! +++

+++ 14:21 - Erneute Pause in der frohen Gewissheit, dass es nicht mehr allzu weit bis Kara ist. +++

+++ 15:45 - Nach 76 km sind wir in Kara angekommen. Die Hotelsuche beginnt. Gleich am ersten sagen sie, dass kein Zimmer frei ist. Das passiert uns eigentlich nie. Bestimmt ist der Präsident schuld! Überall stehen dicke Autos. Ausgerechnet heute - weil wir einen Ruhetag planen, wollten wir etwas bisschen besseres, z.B. mit funktionierender Toilette und einer Matratze, die uns morgens nicht mit Rückenschmerzen entlässt (das Alter!).+++

+++ 16:23 - Hotelsuche geht weiter. Leider nicht erfolgreich. „Fini!“ heißt das Zauberwort, und es liegt wirklich am Präsidenten. Wir sehen ihn auch tausendfach, als Grinsemann auf Hemden, Blusen, Röcken… Offensichtlich hat er heute Thronjubiläum. Mist. +++

  • 979_batterien
  • 980_cola2
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14:07, 14:21, 15:45

+++ 16:37 - Was wir wollen, ist nicht zu haben oder überteuert. Also nehmen wir, was wir bekommen… Daniela ist nicht froh. +++

+++ 17:49 - Tobi unter der Dusche. Es tröpfelt.+++

+++ 18:48 - Inzwischen ist es stockdunkel. Wenn wir schon in einer Absteige wohnen, gönnen

  • 982_zimmer
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  • 984_dusche

16:37, 17:49

+++ 19:02 - Tobi will ein Foto von einem Präsidentenshirt machen, dessen Träger in unserem Restaurant sitzt, ich im Vordergrund. Da springen die Herren vom Nebentisch wie wild geworden auf, wollen das Bild sehen, die Polizei rufen und schreien kräftig herum. Wir sind sehr erschrocken. Geben aber die Kamera nicht heraus und versuchen ruhig zu bleiben. Die netten Kellnerinnen beschwichtigen die Situation, und Tobi löscht sofort alle halbwegs problematischen Fotos auf der Kamera. Wo sind wir denn hier? Später lesen wir, dass schon Touristen verkloppt wurden, weil sie den Präsidentenpalast fotografierten. Und die Herren hier sind dick - in real und im übertragenden SInne. Auf der Straße steht ihr ebenso dickes Auto. +++

+++ 19:31 - Wir genießen das Essen, sind aber halbwegs paralysiert. Wenn uns gleich jemand folgt (keine Straßenbeleuchtung)? Schimpfen kräftig auf den Präsidenten etc., der uns erst ein gutes Hotelzimmer und nun die Freude am Abend gekostet hat. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Präsidentenshirtträger die einzigen Togoer, die wir nicht leiden mochten. +++

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19:31

+++ 20:46 - Wir begeben uns in unser Zimmer. Nein, niemand folgt uns. Der Ventilator bringt zumindest die warme Luft zum Zirkulieren. Was für ein Tag. Unsere Nachtlektüre: Daniela: Geldof in Afrika (mittelmäßig), Tobi: Reiseführer Marokko. „Schlaf gut!“ +++

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