darksunset1.jpgdarksunset2.jpg
×

Fehler

Die Komponente BwPostman ist nicht installiert!
Lorentzweiler bis Meudt
06. - 13.06.2010
In Trier, kurz nach der deutschen Grenze, wartet schon das nächste Highlight auf uns. Nach einem schönen Radfahrtag, unter anderem durch die luxemburgische Schweiz, erreichen wir Tobis alten Studienort. Markus und Marion gewähren uns Obdach und Schwenker vom Elektrogrill (schlechtes Wetter), viele kleine Kinder flitzen durch die Gegend und einige von Tobis alten Kommilitonen kommen. Das alles ist schon sowieso sehr schön, und dann tauchen auch noch überraschend Micha und Tine auf.

Überraschend zumindest für mich - Tobi hatten die beiden schon heimlich eingeweiht, als wir in Luxemburg waren. Eigentlich sollte Tobis Mutter für sie heraus finden, ob wir rechts oder links der Mosel fahren, aber wir wunderten uns nur über diese Frage und ließen sie, so oft sie gestellt wurde, unbeantwortet.

  • 1183_schland
  • 1184_fanfaren1
  • 1185_fanfaren2

Schlaaaand, Vuvu-Orchester

Inzwischen befinde ich mich in einem Zustand konstanter Aufregung und Freude, abends kann ich oft schlecht einschlafen. Wir kaufen uns Vuvuzelas, und Micha und Tobi knüpfen an ihre Vergangenheit beim Musikverein der Freiwilligen Feuerwehr Meudt e.V. an und spielen uns hübsche Märsche, während wir zu fünft an der Mosel entlang radeln. Wir anderen brauchen für die gute Vuvu-Performance mehr Versuche, üben aber fleißig. Bei der lokalen Bevölkerung stoßen wir auf Zustimmung und freundlich-nachsichtiges Lächeln - vielleicht ist der Vuvuzela-Hass doch nur eine Erfindung der Bild-Zeitung?

Es ist seltsam, wieder in Deutschland zu sein, wo alle so reden wie wir und uns verstehen können. Vieles ist angenehm vertraut. Eher unangenehm vertraut zeigt sich schnell die Nörgeligkeit einiger deutscher Verkehrsteilnehmer. In keinem anderen Land werden wir so oft angemotzt, weil wir nicht genug am Rand fahren, uns vermeintlich auf einem Fußgängerweg befinden, Quatsch machen. Viele Menschen scheinen sich in einer dauernden Lauerstellung zu befinden: Macht da nicht jemand etwas falsch? Kann ich endlich mal wieder wen zurecht weisen? Dann schwillt der Hals, das Gesicht errötet, eine krächzende Stimme erregt sich über das Unheil der Welt und in großen Neonbuchstaben leuchtet das Wort „Herzinfarktrisiko" auf der Stirn auf. Jungs, macht Euch mal locker!

  • 1186_fanfaren3
  • 1187_fanfaren4
  • 1188_sommerweizen

Ode an die Mosel, Biergarten-Gang

Wir erreichen in Koblenz den Rhein, wir treffen Tobis ehemaligen Kommilitonen David und weitere Mitfahrer stoßen zu uns: mein Bruder Christof mit seinem großen Sohn Lukas, Tobis alter Partysahnen-Kollege Mirko mit seinem kleinen Sohn Anton, unser Freund Johannes und schließlich Tobis Eltern. Am Brauhaus in Lahnstein können wir nach allgemeiner Einschätzung nicht einfach so vorbeifahren, sodass wir nach nur wenigen Kilometern in den Sätteln zum äußerst leckeren Sommerweizen einkehren.

Später treffen wir Michael und Andrea sowie Britta, auch der Regen kann die Stimmung nicht wirklich trüben. Als es wieder trockener ist, stellen wir unsere Zelte um zwei Paletten Dosenbier auf und kochen ein letztes Mal das Abendessen auf zwei Campingkochern.

  • 1189_daniela_johannes
  • 1190_michael_andrea_monika
  • 1191_biertisch

Mann, bin ICH braun!, Tobis Mutter, Onkel und Tante, Klein Anton und sein Tisch (!!!)

Ein letztes Mal in den Schlafsack, noch einmal schlafen. Aufstehen, einpacken, das Zelt abbauen. Frühstücken. Tobi Cousine Katha, deren Onkel Fredi und Austausch"kind" Katja aus Weißrussland begleiten uns zusätzlich auf unserer letzten Etappe. Wie hinter einer Milchglasscheibe fliegt das Gelbachtal an uns vorbei. In Bannberscheid warten meine Mutter und mein Bruder Andreas mit seinen drei Kindern, es gibt Tränen und Umarmungen, und nur noch ein paar Kilometer sind es bis Meudt. Unterwegs reichen uns Tobis Bruder Markus und seine Freundin Magdalena noch einen Imbiss, es geht ein letztes Mal bergauf und schließlich ins Dorf hinunter. Pater Joseph aus Tansania wartet auf Michas Rad auf uns, er trägt einen Cowboyhut in den deutschen Nationalfarben und rollt uns mit wehender Kopfbedeckung hinterher.

  • 1192_zeitung
  • 1193_grillparty
  • 1194_willkommenskuchen

Presse, Willkommensfest, Willkommenskuchen

Viele Leute erwarten uns und viele Fragen. Beide sind wir durch das Adrenalin aufgedreht. Alles vergeht so schnell, das große Wunder der Zeit - sind wir nicht gestern erst gefahren? Wir haben so viele wunderschöne Momente erlebt, und keinen konnten wir festhalten, nur in unseren Köpfen existieren sie noch. Und die Traurigkeiten, Wut, Angespanntheit, jeder einzelne Streit - alles ging vorbei.

Unsere Herzen sind voller Erfahrungen, wir haben uns geändert und fühlen uns in der vertrauten Umgebung doch wie immer. Wir haben keine Ahnung, wo wir in einem halben Jahr sind und was wir machen, und wenn die Ungewissheit auch manchmal bedrohlich wirkt, so könnte man mit ein klein bisschen (Gott-)Vertrauen ebenso rufen: wie spannend!

Im Grund genommen ist doch das ganze Leben eine lange Reise. Und mit dem Reisen sollten wir uns inzwischen auskennen.

P.S. Danke an alle, die dabei waren. Es war toll.
P.P.S, Bitte an alle, die Fotos in Meudt gemacht haben: Könnt Ihr uns welche zumailen? (bitte kurz übers Kontaktformular melden, wir senden Euch die email-Adresse zu!). Wir waren zu verstrahlt, um daran zu denken, würden uns aber über zusätzliche Erinnerungen sehr freuen!
Joomla templates by a4joomla